“E-Plus” muss Kunden Absage mitteilen – Vorerst keine Erweiterung des HSDPA-Netzwerks

Ein endloses Hin und Her bei Mobilfunkanbieter "E-Plus": Erst wollte man die hauseigenen HSDPA-Netzwerke an heutige Standards modernisieren, jetzt gehört dieses Vorhaben aber wieder zur Vergangenheit. Wie es aus dem "E-Plus"-Lager zu hören ist, möchte man in jedem Fall in die Netzwerke finanzieren, um den Standards, die durch die exorbitante Nutzung anfallen, gerecht zu werden. Aber solche Konsumenten, für die es an allerhöchster Priorität steht das Netz in dem höchst möglichen Umfang zu nutzen, werden wahrscheinlich nicht bei dem Düsseldorfer Konzern glücklich werden. Man möchte in ferner Zukunft nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf Reichweite aufbauen. Pikanterweise lies Firmenchef Thorsten Dirks im September 2007 laut der Nachrichtenagentur "dpa" durchblicken, dass 2008 die internen Netze mit HSDPA aufgerüstet werden sollten. Hier hätte man durch eine anziehende HSDPA Flatrate sicherlich viele Neukunden in das mobile Internet locken können. Stellt sich also nun die Frage, wieso "E-Plus" es derzeit für nicht nötig hält mit einem modernisierten HSDPA-Ausbaus die Speerspitze von "Vodafone" und "T-Mobile" zum Straucheln zu bringen. Hierfür ist ein Blick in das Geschäftsmodell des Unternehmens erstrebenswert: Beachtet man die Subsparten "Simyo" und "Base" im Detail, fällt auf, dass hier Marketingtechnisch vor allem eine jugendlichen Zielgruppe angepeilt wird. Extremnutzer wie Geschäftsleute, die eher auf Leistung fixiert sind, fallen nicht in dieses Schema. Also kämpft sich "E-Plus" vor allem durch den Markt mit benutzerfreundlichen Preisen. Der drittgrößte Mobilfunknetzbetreiber mit über 15 Millionen Kunden kann eine Erweiterung der internen Marktstrukturen also nur über eine Kooperation mit einem mindestens gleichgroßen Partner bestreiten. Zumindest der E-Plus-Chef hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "dpa-AFX" durchblicken lassen, dass man einer Zusammenarbeit mit dem britischen Telefonkonzern "O2" nicht ganz abgeneigt sei. Weiteres muss sich wohl im Laufe des Jahres klären, eins steht fest: Frischen Wind wird es geben und womöglich einen Fall der Preise, wenn es wirklich zu einer Beliebäugelung zwischen dem dritt- und viertgrößten Unternehmen der Telekommunikation kommt.

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